4 Gründe, warum Ihre Etiketten beim ISO/ANSI-Score kein „A“ erhalten und warum das völlig in Ordnung ist

4 Gründe, warum Ihre Etiketten beim ISO/ANSI-Score kein „A“ erhalten und warum das völlig in Ordnung ist

Barcode Basiswissen | 1 Juli 2019

Posted by Lisa Sarvie

4 Gründe, warum Ihre Etiketten beim ISO/ANSI-Score kein „A“ erhalten und warum das völlig in Ordnung ist

Wenn Sie unseren Blog-Artikel über die ISO/ANSI-Bewertung gelesen haben, dann wissen Sie bereits, was ein ISO/ANSI-Score ist und inwiefern dieser von den individuellen Bewertungskriterien, Testbedingungen und Prozessen abhängt. Nach der Veröffentlichung des Artikels haben wir jedoch festgestellt, dass dennoch noch einige Fragen offen sind. Diese sollen im folgenden Artikel beantwortet werden.

Auch wenn die ISO/ANSI-Testumgebung stark reguliert ist, gibt es dennoch einige Faktoren, die sich nicht kontrollieren lassen und das Testergebnis beeinträchtigen können. Aspekte wie Barcode-Materialien, das verwendete Druckverfahren sowie die Testdauer und -umgebung im Vergleich zu Ihrer Anlagenumgebung wirken sich auf den ISO/ANSI-Score aus. Unabhängig davon, ob dieser Effekt positiv oder negativ ist, kann es daher sein, dass externe Faktoren Sie daran hindern, Barcodes mit der Bewertung „A“ zu erhalten. Wie Sie im Folgenden erfahren werden, ist dies in den meisten Fällen aber völlig unbedenklich.

1. Barcode-Materialien

Zunächst einmal hängt die Bewertung von den Materialien ab, aus denen Ihre Barcode-Etiketten hergestellt werden. Substrate, Tinten, Laminierungen und Beschichtungen wirken sich darauf aus, wie gut ein Barcode beim Scannen erfasst wird. Glänzende Laminierungen und Deckschichten reflektieren das Licht, während dicke Farbschichten kleine Schatten werfen und durchscheinende Substrate das Licht streuen. All dies beeinträchtigt die Lesbarkeit der Barcodes.

Wenn Sie für Ihre Barcode-Etiketten spezielle Substrate und Tinten benötigen, die z.B. den während des Prozesses verwendeten Chemikalien standhalten müssen, können ein glänzendes Substrat und sehr dicke Tinte zu einem niedrigeren ISO/ANSI-Score führen. In solchen Fällen kann sich der vom Substrat und der Tinte verursachte Glanz bzw. Schatten trotz hervorragender Druckqualität negativ auf die Lesbarkeit unter Testbedingungen auswirken.

Der ISO/ANSI-Test unterliegt strengen Umgebungsbedingungen, die sich höchstwahrscheinlich stark von Ihrer Scan-Umgebung unterscheiden. Dieser Punkt wird im nachstehenden Abschnitt zur Testumgebung näher beschrieben. Es sei an dieser Stelle lediglich darauf hingewiesen, dass Materialeffekte häufig durch Umwelteffekte ausgeglichen werden können. Zum Beispiel kann es sein, dass ein Barcode mit glänzender Laminierung bei direkter Lichteinstrahlung nur schwer lesbar ist. Werden die Beleuchtungsbedingungen jedoch verändert, kann die Lesbarkeit meist deutlich verbessert werden.

Denn wenn die verwendeten Barcode-Materialien die Lesbarkeit verschlechtern können, sind die meisten Barcodes dennoch lesbar. Moderne Lesegeräte sind für eine Vielzahl von Materialien ausgelegt und geringfügige Anpassungen am Scanprozess ermöglichen im Normalfall auch die Erfassung von besonders schwierigen Etiketten.

2. Der Druckprozess

Selbstverständlich wirkt sich auch das verwendete Druckverfahren auf den ISO/ANSI-Score aus, da der Sinn des Tests schließlich darin besteht, die Druckqualität zu überprüfen. Es gibt jedoch gewisse Umstände, die zu einer niedrigeren Einstufung der Barcodes führen können. Die verwendete Drucktechnologie, die Druckereinstellungen sowie die Druckgeschwindigkeit können die Qualität der gedruckten Barcodes so beeinflussen, dass sich der ISO/ANSI-Score verändert. Dies muss sich jedoch nicht unbedingt in Ihrem Prozess bemerkbar machen.

Verschiedene Drucktechnologien erzeugen eine unterschiedlich hohe Druckqualität. Daher arbeiten die meisten Etikettenlieferanten mit hochmodernen digitalen Offset- oder UV-Druckverfahren. Diese Drucktechnologien gewährleisten für gewöhnlich eine besonders hohe Druckqualität und erzielen unter den richtigen Bedingungen auch die Bewertung „A“. Doch nur weil eine Drucktechnik grundsätzlich dazu in der Lage ist, einen „A-Score“ zu erreichen, heißt das nicht, dass dies automatisch garantiert ist. In manchen Fällen erlauben es beispielsweise die verwendeten Materialien, Druckgeschwindigkeiten oder Druckereinstellungen nicht, eine höhere Bewertung zu erzielen. Wenn Sie mit einem renommierten Barcode-Lieferanten zusammenarbeiten, können Sie jedoch darauf vertrauen, dass dieser alles daran setzen wird, die bestmögliche Druckqualität für Ihren Prozess zu erreichen.

Wenn Ihr Betrieb einen Wechsel vom internen Druck zu einer Outsourcing-Lösung in Betracht zieht und Sie unsicher sind, welcher ISO/ANSI-Score angemessen ist, bedenken Sie Folgendes: Viele unserer Kunden müssen Ihre Produkte vor Ort mit variablen Daten bedrucken. Für diese Fälle empfehlen wir in der Regel den Einsatz eines Desktop-Thermotransferdruckers. Der Thermotransferdruck ist benutzerfreundlich und erzeugt ein lange haltbares Druckergebnis. Mit einer Desktop-Lösung ist jedoch kein höherer ISO/ANSI-Score als „C“ zu erwarten. Dennoch hat sich der Barcode-Druck mit Thermotransferdruckern in kritischen Umgebungen wie etwa dem Gesundheitsweisen weltweit bewährt.

3. Die Testdauer

Die meisten Betriebe prüfen ihre Barcodes sobald diese den Drucker verlassen, um eventuelle Mängel bereits frühzeitig zu erkennen. Andere warten den allerletzten Arbeitsschritt ab, um sicherzustellen, dass sämtliche nach dem Druck hinzugefügten Laminierungen und Beschichtungen mit in die Bewertung einfließen.

Beide Methoden haben ihre Vor- und Nachteile. Bei der ersten Methode können mangelhafte Barcodes direkt entsorgt und neu gedruckt werden, was Zeit und Ressourcen bei der Verarbeitung spart und die Kosten für Hersteller und Endkunden senkt. Andererseits kann sich der ISO/ANSI-Score im Laufe der weiteren Verarbeitung noch erheblich verändern.

Die zweite Methode weist den Vorteil auf, dass auch diejenigen Prozesse in den ISO/ANSI-Score mit einfließen, die erst nach dem Druck stattfinden. Dies kann jedoch auch als Nachteil aufgefasst werden. Da der Zweck des Tests darin besteht, die Druckqualität zu überprüfen, können die Testergebnisse bei Berücksichtigung von zu vielen druckunabhängigen Variablen verzerrt werden.

In beiden Fällen gilt jedoch, dass die Testdauer zwar Ihren ISO/ANSI-Score beeinflusst, aber nur geringe Auswirkungen auf die Lesbarkeit Ihrer Barcodes hat. Wenn zwei völlig identische Barcodes exakt dieselben Verfahren durchlaufen und einer nach dem Druck und der andere erst nach der Verarbeitung getestet wird, werden sich die Bewertungen mit hoher Wahrscheinlichkeit voneinander unterscheiden. Dennoch erzielen beide beim späteren Scannen voraussichtlich das gleiche Leseergebnis.

4. Die Umgebung

Die Testumgebung für die ISO/ANSI-Prüfung ist streng reguliert. Bestimmte Beleuchtungsbedingungen müssen gewährleistet sein und der einzeilige Scanner muss in einem spezifischen Winkel positioniert werden, um die Varianz zwischen den Testeinrichtungen so gering wie möglich zu halten. Auch wenn dies der Idealzustand für eine Testumgebung ist, spiegelt diese Aufstellung wahrscheinlich nicht das genaue Funktionieren Ihrer Anlage wider.

Staubpartikel in der Luft, Beleuchtungsbedingungen sowie die Mobilität und Art des Scanners in Ihrem Werk weichen mit hoher Wahrscheinlichkeit von der ISO/ANSI-Testumgebung ab. Das bedeutet, dass Ihre Barcodes in Ihrem Prozess vermutlich eine andere Leserate erzielen werden als beim Test. In den meisten Fällen sind die Lesebedingungen in Ihrer Anlage deutlich besser als die Testbedingungen, da Sie die Freiheit haben, individuelle Anpassungen vorzunehmen.

Des Weiteren ist Ihr Scanner wahrscheinlich weitaus robuster als das für den Test verwendete einzeilige Gerät. Auch wenn einige Betriebe noch immer mit sogenannten Single-Line-Scannern arbeiten, verwenden die meisten Unternehmen inzwischen Raster- oder CCD-Scanner, die in der Lage sind, auch Barcodes von schlechter Qualität unter rauen Bedingungen zu erfassen.

Die ISO/ANSI-Testbedingungen sind aus zwei Gründen besonders streng: Zum einen handelt es sich um einen Test, dessen Variablen kontrolliert werden müssen und zum anderen soll die Bewertung unter anderem Aufschluss darüber geben, wie sich die Barcodes unter schwierigen Bedingungen verhalten. Wenn Ihre Scan-Umgebung nicht besonders rau ist und Sie moderne Geräte verwenden, dürften Sie auch mit einem niedrigeren Score eine hohe Erstleserate erzielen.

Doch egal, welche Barcodes Sie benötigen: Wenn Sie mit einem renommierten Lieferanten zusammenarbeiten, wird dieser alles daran setzen, die ideale Lösung für Sie zu finden. Damit dies gelingen kann, sollten Sie Ihrem Barcode-Anbieter Gelegenheit geben, sich ein genaues Bild von Ihrem Prozess zu machen. So kann er sicherstellen, dass Ihre Barcode-Lösung alle Ihre Anforderungen erfüllt.

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Lisa Sarvie

Lisa Sarvie ist Director of Customer Excellence bei Computype. Im Rahmen ihrer Tätigkeit in St. Paul Minnesota arbeitet sie eng mit Kunden zusammen, damit diese optimal betreut werden. Lisas Team hat die Aufgabe, dafür zu sorgen, dass die Kunden von Computype stets zufrieden sind. Darüber hinaus verwaltet es den Kundenstamm, damit alle Anforderungen und Vorgaben kontinuierlich erfüllt werden.

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