Brauche ich eine individuelle Etikettensoftware? 3 Fragen, die Sie sich stellen sollten (2/2)

Brauche ich eine individuelle Etikettensoftware? 3 Fragen, die Sie sich stellen sollten (2/2)

Barcode Basiswissen | 17 Februar 2020

Posted by Dave Scheffing

Brauche ich eine individuelle Etikettensoftware? 3 Fragen, die Sie sich stellen sollten (2/2)

Diesem Beitrag liegt eine interessante Frage zugrunde. Meine Hauptaufgabe als Softwareentwickler besteht darin, Programme für den Etikettendruck zu schreiben. Außerdem unterstütze ich Kunden dabei, Standardprogramme für die Erstellung und den Druck von Etiketten, wie NiceLabel oder BarTender, in ihren Workflow zu integrieren. Wenn Sie sich mit Barcode-Software noch nicht auskennen und eher nach allgemeinen Informationen zum Etikettendruck suchen, lesen Sie Teil 1 dieser Reihe.

Die Frage, die mir gestellt wurde, lautete: Woher weiß ich, ob ich eine maßgeschneiderte Software benötige oder ob eines der vorhandenen Etikettendruckprogramme ausreicht?

Die Antwort hängt davon ab, wie komplex Ihr Bedarf ist. Außerdem sollten Sie bedenken, dass sich die beiden Lösungen nicht gegenseitig ausschließen. Auf jeden Fall sollten Sie bei Ihrer Entscheidung jedoch folgende drei Aspekte berücksichtigen: die Etikettendesigns, die Druckauslösung und die Inputdaten. Stellen Sie sich folgende drei Fragen, um die für Sie ideale Lösung zu finden:

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1. Wie viele Etikettenformate benötigen Sie?

Überlegen Sie sich, wie viele Etikettenformate Sie benötigen.

Wenn Sie mit einem oder mit zwei Formaten arbeiten, kann es von Vorteil sein, diese von einem Profi entwerfen zu lassen. Professionelle individuelle Etikettendesigns lassen sich schnell mit hoher Qualität herstellen, da der Entwickler mit den entsprechenden Tools bereits vertraut ist. Dadurch können Sie die Zeit, die Sie andernfalls für das Erlernen eines Designprogramms aufwenden müssten, zum Drucken Ihrer Etiketten nutzen.

Wenn Sie jedoch eine größere Anzahl an Etikettenvorlagen erstellen müssen, kann ein Designprogramm um einiges wirtschaftlicher sein. Auf diese Weise können Sie so viele unterschiedliche Formate erstellen, wie Sie wollen, anstatt von einem Entwickler jede einzelne Vorlage in Rechnung gestellt zu bekommen. Um das Beste aus Ihrem Programm herauszuholen, ist ein gewisser Lernaufwand erforderlich. Nach einer gewissen Zeit sind Sie jedoch in der Lage, verschieden große Etiketten mit beliebigem Inhalt zu erstellen.

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2. Wie oft müssen Sie drucken?

Ebenso wie von den Formaten hängt das Druckauftragsmanagement auch von der Menge ab. Fragen Sie sich, wie oft Sie drucken müssen.

Wenn Sie nur relativ selten, d.h. alle 10 Minuten oder alle paar Tage drucken, dann reicht eines der vorhandenen Softwareprogramme wahrscheinlich aus. Sie öffnen das gewünschte Format, legen die Etikettenwerte fest und drucken. Wenn Sie sich für ein solches Programm entscheiden, bedenken Sie jedoch, dass Sie vor jedem Druckvorgang ein „Standardverfahren“ abarbeiten müssen, indem Sie die Datei öffnen, Ihren Druckauftrag (z.B. die Anzahl der Etiketten oder sonstige Datenfelder) ausfüllen, Ihren Drucker auswählen und den Druckauftrag an den Drucker senden.

Dies alle paar Minuten (oder gar noch öfter) zu tun, kann mühsam sein. Ein individuelles Softwareprogramm ist in dieser Hinsicht meist unschlagbar. Diese kann so programmiert werden, dass der Druckauftrag über eine Schnelldrucktaste ausgelöst wird. Zudem kann sie mit anderen Hardwarekomponenten, wie etwa einem Barcode-Scanner oder einer Waage, kombiniert werden. Die meisten Programme, die ich schreibe, senden ihren Output direkt an den Drucker, anstatt dass ein bis drei Formulare ausgefüllt werden müssen. Dies kann die Produktivität deutlich steigern.

3. Woher kommen die Daten auf dem Etikett?

Ausgehend von den vorstehenden Unterscheidungsmerkmalen ist die Anzahl der Eingabedaten weniger relevant als die Datenquelle. Woher kommen also die Etikettendaten? Werden Sie vom Benutzer eingegeben oder von einer externen Quelle bezogen?

Wenn die Daten vom Benutzer eingegeben werden, können sowohl individuell entwickelte als auch bereits vorhandene Softwareprogramme sinnvoll sein. Die vorhandenen Programme beinhalten für gewöhnlich ein Formular, das mit allen Variablen Ihres Etiketts auszufüllen ist. Außerdem können Sie Regeln festlegen, denen die Daten folgen müssen, zum Beispiel, dass nur Zahlen verwendet werden dürfen oder eine bestimmte Längenbegrenzung einzuhalten ist. Die Felder können auch inkrementelle Werte enthalten. Obwohl auch individuelle Programme diese Funktionalität bieten, ist ein handelsübliches Softwareprogramm in der Regel preisgünstiger.

Woher kommen die Daten auf dem Etikett?Doch welche weiteren Datenquellen gibt es, abgesehen von der Eingabe durch den Benutzer? Meist stammen die Daten entweder aus einer Datei, wie zum Beispiel einem Excel-Dokument, einer Datenbank, einer CSV-Datei oder von einem Sensor, wie zum Beispiel einer Waage.

Wenn Sie mit einem gängigen Datenformat arbeiten, können Sie die Daten in einer Datei komprimieren und dann in einem handelsüblichen Etikettenprogramm bearbeiten. Das Programm stellt eine Verbindung zu der Datei her und übernimmt die Daten in Ihre Etikettenvariablen.

Die meisten Programme funktionieren am besten, wenn die Datensätze einzelnen Etiketten entsprechen. In einer Excel-Datei könnte zum Beispiel jede Zeile die Daten für ein bestimmtes Etikett enthalten. Wenn Sie die Datei hingegen verwenden, um zusätzliche Informationen nachzulesen (indem sie zum Beispiel einen Produktcode eingeben und das Programm den entsprechenden Produktnamen auslesen lassen), wird es etwas schwieriger.

Wenn Sie keine der gängigen Datenquellen verwenden, die Daten in einem besonderen Dateiformat abgespeichert sind oder direkt von einem größeren Managementsystem bezogen werden, kann ein individuelles Softwareprogramm vonnöten sein. Dies ist einer der Hauptgründe, aus denen ich als Entwickler zu bestimmten Projekten hinzugezogen werde. Meine Aufgabe besteht dann darin herauszufinden, wie die benötigten Daten von den verfügbaren Dateiensystemen auf das Etikett gebracht werden.

Wenn Ihre Daten von einem Sensor, wie zum Beispiel einer Waage, einem Mess-Laser oder einem Barcode-Scanner stammen, sollten Sie ebenfalls über den Kauf eines individuellen Programms nachdenken. Ähnlich wie bei der Programmierung eines Datenparsers für komplexere Datenquellen fällt es einem Softwareentwickler leichter, eine Verbindung zu anderen Komponenten, wie z.B. einer SPS, einer Waage oder einem Sensor, herzustellen. Handelsübliche Softwareprogramme bieten für gewöhnlich nur eine begrenzte Unterstützung von Hardwarekomponenten, wie etwa eine Waage oder einen Scanner, mit dem die Werte wie über eine Tastatur direkt in das Formular eingetragen werden können.

Um Ihre Wunschlösung zu finden, sollten Sie eine Demoversion aller Programme anfordern, die für Sie in Betracht kommen. Wir empfehlen zwei im Handel erhältliche Softwareprodukte: NiceLabel und BarTender. Beide Programme bieten eine 30-tägige Testversion, die Sie in Anspruch nehmen sollten, um die Kompatibilität mit Ihren Prozessen zu überprüfen. Sollten Sie feststellen, dass diese Programme Ihren Bedarf nicht erfüllen und an einem individuell entwickelten Programm interessiert sein, dann rufen Sie uns an. Wir helfen Ihnen gerne weiter.

Ich hoffe, dass Ihnen diese Informationen den Etikettendruck erleichtern werden.

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Dave Scheffing

Dave Scheffing ist Softwareentwickler in unserer Kundendienstabteilung. Seine Spezialgebiete sind Druck- und Datenmanagement. Der talentierte Softwareentwickler, der seit 18 Jahren in der Branche tätig ist, unterstützt unsere Kunden bei der Integration von Daten und Systemen, damit sie ihre automatisierten Etikettierlösungen optimal nutzen und ihre Bestände zuverlässig nachverfolgen und managen können. Die Erfindungen von Dave führen oft zur Rationalisierung von Prozessen und Daten, um Kunden flexible Echtzeit-Entscheidungen zu ermöglichen, die ihrem Betrieb zugute kommen.

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