Ist Ihr UHF-RFID-Plan realistisch? 4 überzogene Erwartungen an die RFID-Technologie

Ist Ihr UHF-RFID-Plan realistisch? 4 überzogene Erwartungen an die RFID-Technologie

RFID 1x1 | 17 Juni 2019

Posted by Josh Miller

Ist Ihr UHF-RFID-Plan realistisch? 4 überzogene Erwartungen an die RFID-Technologie

Die Bedeutung von RFID für den Tracking- und Kennzeichnungsbereich wächst täglich, da die Technologie Unternehmen auf der ganzen Welt zu mehr Effizienz und schlankeren Prozessen verhilft. Wir bei Computype können diese Entwicklung aus erster Hand beobachten, da wir unsere Kunden bei der Konzeption und Implementierung von RFID-Lösungen unterstützen und die Ergebnisse regelmäßig überprüfen. Die vielfältigen Eigenschaften von RFID sorgen für schnellere und effizientere Tracking-, Kennzeichnungs- und Automatisierungssysteme.

Doch obwohl die RFID-Technologie ihren Konkurrenzprodukten eindeutig überlegen ist, hat sie auch ihre Grenzen. Bei der Zusammenarbeit mit unseren Kunden haben wir festgestellt, dass obwohl die RFID-Technologie bereits sehr gut erforscht ist, die Grenzen der Technologie häufig weniger Beachtung finden. Dies kann zu einigen Missverständnissen führen. Um Sie dabei zu unterstützen, gemeinsam mit Ihrem RFID-Lösungsanbieter einen realistischen Plan zur RFID-Implementierung zu erarbeiten, haben wir im Folgenden vier häufige unrealistische Erwartungen an die Technologie zusammengestellt und erläutert.

3 Wege, wie Sie Ihren Kunden durch die Implementierung einer RFID-Strategie  einen Mehrwert bieten können

Unrealistische Erwartung Nr. 1: Die Lesereichweite ist unabhängig von äußeren Einflüssen

Auch wenn es nicht unrealistisch ist, zu erwarten, dass Ihre RFID-Tags innerhalb ihrer Lesereichweite arbeiten, gilt dies nicht für alle Betriebsbedingungen. Geraten Ihre Tags in die Nähe von Flüssigkeiten oder Metallen? Ist die Tag-Größe begrenzt? Wie sind die Tags bei der Interaktion mit dem Lesegerät ausgerichtet? All diese Aspekte müssen bei der Implementierung berücksichtigt werden.

Die Frage der Interferenzen wird später noch im Detail erläutert. Einige Materialien, wie zum Beispiel Flüssigkeiten oder Metalle, können die Lesbarkeit von RFID-Tags nämlich erheblich beeinträchtigen. Um diese Problematik zu reduzieren, können Tags, die auf flüssigkeitshaltige Gefäße aufgebracht werden, zum Beispiel mit Schaumstoff beschichtet oder vergrößert werden. Die Lesereichweite ist aber dennoch beeinträchtigt und nicht in allen Fällen lassen sich diese Maßnahmen so einfach umsetzen.

Auch Größenbeschränkungen wirken sich häufig negativ auf die Lesereichweite aus. Die Lesereichweite eines Tags hängt stark von seiner Größe ab. Allgemein gilt: je größer das Tag, desto größer die Lesereichweite (mit einigen Ausnahmen). Wenn also ein besonders großer Leseabstand gewünscht ist, könnte ein sehr großes Tag und/oder ein besonders leistungsstarkes/fokussiertes Lesegerät erforderlich sein. Wenn jedoch sehr kleine Objekte zu kennzeichnen sind, zum Beispiel 3 ml-Fläschchen, wäre eine RFID-Strategie, die eine Lesereichweite von 6 Metern erfordert, wohl ungeeignet, da das Tag damit unter Umständen größer wäre als das Gefäß selbst.

Ein weiterer Aspekt, der zu berücksichtigen ist, ist die Ausrichtung der Tags, wenn diese vom Lesegerät erfasst werden. Manche richtungsfokussierten Lesegeräte/Antennen sind nicht in der Lage, Tags innerhalb ihrer Lesereichweite zu erfassen, wenn sie sich nicht direkt auf der Signallinie befinden. Darüber hinaus fällt es den meisten Lesegeräten schwer, Tags zu erfassen, die in einem ungewöhnlichen Winkel oder senkrecht zum Lesegerät stehen. Auch wenn die Tags in diesen Fällen oft trotzdem lesbar sind, empfiehlt sich eine Anpassung ihrer Ausrichtung zum Lesegerät, um eine maximale Lesereichweite zu gewährleisten.

Unrealistische Erwartung Nr. 2: RFID-Tags werden sofort vom Lesegerät erfasst

Obwohl RFID-Tags extrem schnell arbeiten, wird häufig irrtümlich davon ausgegangen, dass der Lesevorgang sofort erfolgt. Die Leserate ist jedoch nicht immer gleich hoch. Ebenso wie bei der Lesereichweite hängt sie von zahlreichen Faktoren ab, zum Beispiel von der Anzahl der gescannten Tags, vom Abstand zwischen Tag und Lesegerät und von möglichen Interferenzen.

Auch wenn die Tags innerhalb von Sekundenbruchteilen erfasst werden, können sie aus technischen Gründen immer nur nacheinander gelesen werden. Das bedeutet, dass der Lesevorgang etwas länger dauern kann, wenn ein Lesegerät/eine Antenne eine große Anzahl Tags scannen muss. Neben der Anzahl der Tags kann sich auch ihr Abstand zum Lesegerät auf die Lesegeschwindigkeit auswirken. Je weiter das Tag vom Lesegerät entfernt ist, desto länger ist der Weg, den die Signale zurücklegen müssen, wodurch diese schwächer und empfänglicher für Interferenzen werden.

Interferenzen führen mit zunehmender Signalschwäche nicht nur zu einer kleineren Lesereichweite, sondern auch zu einer geringeren Leserate. Starke Interferenzen können das Signal so sehr schwächen, dass es vom Lesegerät nicht mehr erfasst werden kann.

Wenn eine hohe Anzahl an Tags zu lesen ist, Interferenzen vorliegen oder ein großer Leseabstand vorhanden ist, dauert es womöglich etwas länger, bis alle Tags erfasst sind. Wenn Sie eine kurze Pause am Lesegerät oder mehrere Scandurchläufe vorsehen, hat der Scanner mehr Zeit für die Erfassung der Tags.                    

Unrealistische Erwartung Nr. 3: Interferenzen sind überbewertet

Interferenzen sind durchaus ein Problem. Bestimmte Materialien wirken sich negativ auf die Lesbarkeit von RFID-Tags aus. Auch wenn es Wege gibt, die Lesbarkeit bei Interferenzen zu verbessern, kann das Problem nie vollständig gelöst werden, ohne die zugrundeliegende Ursache zu beseitigen.

Es gibt zwei Arten von RFID-Interferenzen: elektrische und materielle Interferenzen.

Materielle Interferenzen liegen vor, wenn Materialien wie Flüssigkeiten oder Metalle den Weg des Signals stören. Wenn mit UHF gearbeitet wird, absorbieren Flüssigkeiten die RFID-Signale, während Metalle diese reflektieren und auf ihrem Weg zum Lesegerät ablenken.

Elektrische Interferenzen hingegen treten auf, wenn Geräte, die auf ähnliche Frequenzen wie die Tags in der Umgebung eingestellt sind, die Lesbarkeit beeinträchtigen. Selbst durch andere RFID-Tags können die Signale beeinflusst werden. Wenn sich ein anderes RFID-Tag oder ein elektronisches Gerät, das Funkwellen aussendet, wie zum Beispiel ein Mobiltelefon oder medizinisches Gerät, in der Nähe des RFID-Tags befindet, kann die Antenne gestört oder durch das stärkere Signal blockiert werden.

Daher sollte Ihr Anbieter vor der Implementierung einer RFID-Lösung eine Standortanalyse durchführen, um eine optimale Planung zu gewährleisten. Im Rahmen der Standortanalyse befasst sich Ihr RFID-Lösungsanbieter nicht nur mit den räumlichen Gegebenheiten, sondern stellt zudem anhand von Spezialgeräten fest, wo Interferenzen ein Problem darstellen könnten. Nach der Standortanalyse kann Ihr Lösungsanbieter die RFID-Implementierung an Ihre Anforderungen und eventuell vorhandene Interferenzquellen anpassen.

Lesen Sie unseren Blog, um mehr über RFID-Interferenzen zu erfahren

Unrealistische Erwartung Nr. 4: RFID ermöglicht eine direkte Echtzeit-Ortung von Objekten

Ja, RFID wird für das Tracking verwendet, aber die Technologie allein ermöglicht noch keine Feststellung der genauen Position Ihrer Waren. Für eine präzise Ortung werden zusätzliche Funktionen benötigt und auch die Genauigkeit kann erheblich variieren. Zu den gängigen Lösungen für RFID-Tracking zählen zum Beispiel Bluetooth/WLAN-Tracking, spezielle Lesegeräte sowie intelligente Regale und Schränke.

Bluetooth und WLAN kommen häufig im Gesundheitswesen beim Tracking von mobilen medizinischen Geräten zum Einsatz. Auch wenn es sich dabei nicht gerade um die präziseste Form von RFID-Tracking handelt, ist die Methode dennoch sinnvoll und praktisch, um die Position von Objekten in großen Gebäuden wie etwa Krankenhäusern zu erfassen. Das Tracking über Bluetooth und WLAN ermöglicht lediglich die grobe Feststellung des Standorts eines Tags. Im besten Fall gibt es also Aufschluss darüber, in welchem Raum oder Teil eines Flurs sich das gekennzeichnete Objekt befindet.

Ein präziseres Tracking erfordert spezielle Lesegeräte, die ähnlich wie ein Geigerzähler funktionieren. Diese Geräte ermöglichen die Eingabe eines ID-Codes und benachrichtigen Sie, wenn Sie sich dem Objekt nähern oder sich davon entfernen. Auf diese Weise erfahren Sie den genauen Standort des gesuchten Objekts, was jedoch relativ zeitaufwendig ist.

Intelligente Regale und Schränke sind eine weitere Möglichkeit, um anhand von RFID-Tracking festzustellen, in welchem Regal sich ein Objekt befindet. Doch obwohl es sich um eine sehr präzise und schnelle Lösung handelt, eignen sie sich nicht für jeden Anwendungsbereich. Intelligente Regale und Schränke haben ihren Preis. Abhängig von der benötigten Menge sind sie zudem nicht immer praktisch.

Wenn Sie nach einer RFID-Tracking-Lösung suchen, sollten Sie sich die Zeit nehmen zu überlegen, wie schnell und präzise diese wirklich sein muss. Außerdem sollten Sie sicherstellen, dass Ihr Lösungsanbieter Ihre Anforderungen genau kennt, damit er die richtige Technik für Ihren Bedarf finden kann. Da die Anforderungen an die Geschwindigkeit und Präzision des RFID-Trackings immer höher werden, werden schnelle, präzise und erschwingliche RFID-Lösungen nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Mit diesen 8 Schritten sorgen Sie für eine erfolgreiche RFID-Implementierung

RFID ist keine Zauberei. Sie können nicht einfach mit dem Finger schnippen und Ihr Bestandstracking ist erledigt. Mit der richtigen Lösung können Sie jedoch die Effizienz steigern und die Zeit für das Tracking Ihrer Produkte von mehreren Stunden auf wenige Minuten reduzieren. Das bedeutet nicht, dass sie niemals die ideale RFID-Lösung für Ihren Bedarf finden werden. Es kann allerding sein, dass die für Sie geeignete Lösung anders aussieht, als Sie denken. Daher ist es unerlässlich, sich mit einem renommierten RFID-Experten zusammenzusetzen, um herauszufinden, welche Lösung am besten zu Ihnen passt. Wenn Sie mit einem vertrauenswürdigen RFID-Lösungsanbieter zusammenarbeiten, der die richtigen Fragen zu Ihren vorhandenen Prozessen, Herausforderungen und Idealvorstellungen stellt, haben Sie die besten Voraussetzungen, um eine realistische Lösung zur Verbesserung Ihrer Prozesse zu erhalten.

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Josh Miller

Josh Miller unterstützt Computype als Director of Healthcare Solutions. Durch seine langjährige Erfahrung in Projektmanagement und Entwicklung besitzt er umfassendes Know-how und wertvolle Einblicke in unserem Unternehmen sowie bei unseren Kunden. Josh leitet die Healthcare-Gruppe und bringt Innovationen auf den Weg, um sicherzustellen, dass wir stets die besten Lösungen anbieten.