Was ist der ANSI-Barcode-Score?

Was ist der ANSI-Barcode-Score?

Barcode Basiswissen | 11 Juni 2019

Posted by Lisa Sarvie

Was ist der ANSI-Barcode-Score?

Wenn Sie für die Beschaffung von Barcode-Etiketten zuständig sind, haben Sie sicherlich schon vom ANSI-Score gehört. Doch was steckt eigentlich hinter dieser Bezeichnung? Und was bedeutet das konkret für Sie? Wir bei Computype sind stets darum bemüht sicherzustellen, dass unsere Kunden genau wissen, wofür Sie Ihr Geld ausgeben. Beim ANSI-Score gestaltet sich dies jedoch etwas schwieriger. Obwohl „A“ die beste Bewertung ist, bedeutet dies nämlich nicht automatisch, dass es sich damit auch um die beste Lösung für Ihre Zwecke handelt. Ziel dieses Artikels ist es, zu erläutern, was unter dem ANSI-Score zu verstehen ist, wie er berechnet wird und was er für Sie und Ihre Barcode-Lösung bedeutet.

Was bedeutet ANSI und was ist der ANSI-Barcode-Score?

ANSI steht für American National Standard Institute, eine Einrichtung, die Normierungssysteme für eine Vielzahl von Produkten, Dienstleistungen und Systemen in den USA entwickelt. Sie verfolgt das Ziel, den Lebensstandard und die globale Wettbewerbsfähigkeit von US-Unternehmen durch Standardisierung zu verbessern.

Im Rahmen seiner Tätigkeit zur Entwicklung von Normen und Richtlinien für Unternehmen aus nahezu allen Branchen hat das Institut ein Test- und Bewertungssystem für Barcodes entworfen. Der ANSI-Barcode-Score beruht im Wesentlichen auf einem Test der Druckqualität. Die Druckqualität ist einer der entscheidenden Faktoren für die Lesbarkeit eines Barcodes. Daher ist es naheliegend, dass bei einem Leistungstest die Druckqualität der Symbole gemessen wird. Einfach ausgedrückt gibt der ANSI-Barcode-Score Aufschluss über die Druckqualität einzelner Barcodes. Die Druckqualität ist jedoch nur einer von vielen Aspekten, die sich auf die Les- und Scanbarkeit von Barcodes auswirken.  

Wie wird der Score berechnet?

Für diejenigen, die mit den Kriterien für hohe Druckqualität und den Umgebungseinflüssen, die sich auf die Lesbarkeit eines Barcodes auswirken können, nicht vertraut sind, lässt sich das Bewertungssystem möglicherweise nur schwer nachvollziehen. Daher ist es wichtig, zu verstehen, wie der Test abläuft, wie die Punkte vergeben werden und wofür sie stehen.

Die gesamte Prüfung erfolgt unter kontrollierten Beleuchtungsbedingungen und bei einer festgelegten Scangeschwindgkeit. Die Barcodes passieren horizontal einen einzeiligen Scanner, der darüber in einem speziellen Winkel befestigt ist. Während des Scanvorgangs wird die Druckqualität der Barcodes anhand von neun Parametern getestet:

1. Kantenschärfe
2. Mindestreflexionsgrad
3. Minimaler Kantenkontrast
4. Symbolkontrast
5. Modulation
6. Fehler
7. Dekodierbarkeit
8. Dekodierung
9. Ruhezonen

Was diese und weitere Begriffe bedeuten, erfahren Sie in unserem Barcode-Glossar

Die Symbole werden insgesamt zehn Mal gescannt und erhalten eine Note für jeden Parameter. Manche Parameter werden mit „Bestanden“ oder „Durchgefallen“ (A oder F) bewertet und andere anhand einer Skala von A bis F.

Wenn alle Noten vergeben sind, analysiert das Prüfgerät jeden einzelnen Parameter und bewertet diesen jeweils mit der schlechtesten der zehn vergebenen Noten. Wenn ein Symbol beispielsweise achtmal „A“, einmal „B“ und einmal „C“ für Kantenschärfe erhalten hat, lautet die endgültige Bewertung des Parameters „C“.

Im nächsten Schritt wird die Gesamtnote ermittelt. Die genaue Berechnung hängt vom jeweiligen Testaufbau ab. In den meisten Fällen erfolgt die Bewertung, indem die schlechteste Einzelnote zur Gesamtnote erklärt wird. Wenn der Barcode aus unserem Beispiel also für jeden Parameter abgesehen von der Kantenschärfe ein „A“ erhalten hätte, würde die Gesamtnote „C“ lauten, da es sich um die schlechteste Einzelbewertung handelt.

Einige wenige Testanbieter ermitteln jedoch auch einen Durchschnittswert aus den einzelnen Parameternoten. Wenn unser Barcode also in einer anderen Testeinrichtung geprüft würde, würde er dort unter Umständen mit „A“ anstatt mit „C“ bewertet. Da die Durchschnittsmethode jedoch nicht in den ANSI-Testanweisungen für Barcodes erwähnt wird, kommt sie nicht sehr häufig zum Einsatz. Aller Wahrscheinlichkeit nach verwendet Ihr Barcode-Anbieter also die schlechteste Einzelnote als Gesamtbewertung. 

Was bedeutet der Score für mich?

Stellen Sie sich vor, Sie gehen wieder zur Schule und ein neues Schuljahr beginnt. Ihr Chemielehrer erklärt, wie die Noten vergeben werden. Hierfür teilt er die Arbeit in neun Kategorien ein: Mitarbeit, Aufsätze, Aufgaben aus dem Lehrbuch, Mitschrift, Aktivitäten im Unterricht, Laborarbeit, Abfragen, Prüfungen und Referate. In jeder Kategorie gibt es zehn Aufgaben. Wenn der Lehrer nun jede Kategorie nach der schlechtesten Einzelbewertung benoten würde und diese dann am Jahresende als Gesamtnote heranziehen würde, würden Sie aus dem Kurs aussteigen?

Vermutlich ja.

Warum? Aus verschiedenen Gründen – einer davon ist, dass es nicht gerecht erscheint, nur aufgrund der schlechtesten Einzelleistung bewertet zu werden. Was, wenn ich einmal nach einer durchgearbeiteten Nacht einen schlechten Aufsatz abliefere? Oder ich bin einfach nicht gut darin, vor anderen zu sprechen. Die Benotung auf Grundlage der schlechtesten Leistung wird wohl kaum als fair empfunden.

Natürlich sind Barcodes keine Schüler. Dennoch spiegelt die Bewertung die schlechteste Einzelleistung des Barcodes wider, ähnlich wie beim Benotungssystem des Chemielehrers.

Neben diesem sehr spezifischen Bewertungssystem wird der Test unter strengen Bedingungen durchgeführt, die wahrscheinlich nicht auf Ihre Arbeitsabläufe zutreffen. In der Testumgebung sind beispielsweise andere Scanner in anderer Ausrichtung und andere Beleuchtungsbedingungen vorzufinden. Auch die Wiederholbarkeit des Scanvorgangs unterscheidet sich vom realen Betrieb. Daher sollte Ihr Etikettenlieferant die Bedingungen in Ihrem Betrieb kennen, damit er Ihnen dabei helfen kann, die richtigen Geräte für Ihren Prozess zu finden.

Art des Scanners

Im ANSI-Test wird ein einzeiliger Scanner verwendet. Obwohl solche Geräte auch heute noch vereinzelt im Einsatz sind, ist dies nur noch selten der Fall, da inzwischen robustere Lesetechnologien verfügbar sind. Gängige Scantechnologien wie Rasterscanner und CCD-(Foto-)Scanner erfassen mit nur einem Scan mehrere hochwertige Barcode-Bilder, um selbst bei mangelhaften Barcodes für maximale Lesbarkeit zu sorgen. Diese Lesegeräte sind oft in der Lage, selbst Barcodes mit der Note „F“ problemlos zu lesen. Bevor Sie nun also auf „A“-Barcodes bestehen, sollten Sie sicherstellen, dass Ihr Lesegerät auch auf eine derart hohe Barcode-Qualität angewiesen ist. Andernfalls zahlt sich die Investition nicht aus.

Scanwinkel

Der Scanwinkel wird beim ANSI-Test kontrolliert. Das heißt, der Scanner ist während der gesamten Prüfung im selben Winkel über dem Barcode angebracht. Zwar gewährleistet dies eine hervorragende Einheitlichkeit bei der Prüfung. Ihre Prozesse laufen jedoch wahrscheinlich anders ab (es sei denn, Sie verwenden ein automatisiertes System, siehe unten). Im echten Leben kann der Scanwinkel angepasst und das Etikett erneut gelesen werden, wenn der ursprünglich verwendete Scanwinkel nicht geeignet war. Bei einem automatisierten System ist der Scanwinkel zwar unveränderlich und das Etikett kann nicht erneut gelesen werden, wenn es nicht entfernt und von Hand gescannt wird. Hier wird aber vermutlich kein einzeiliger Scanner verwendet, sodass das erneute Scannen aufgrund eines ungeeigneten Winkels nur selten erforderlich ist.

Beleuchtung

Ein weiterer Umgebungsfaktor, der bei der ANSI-Barcode-Prüfung einer starken Kontrolle unterliegt, ist die Beleuchtung. Selbst wenn die Beleuchtung in Ihrem Betrieb kontrolliert wird, entspricht diese mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht den Anforderungen eines ANSI-Tests. Die Beleuchtung wirkt sich auf die Lesbarkeit der Barcodes aus, da sie den Kontrast durch Reflexion und Schatten beeinflussen kann. In Ihrem Betrieb lässt sich die Beleuchtung je nach Bedarf anpassen, Barcodes können „in ein besseres Licht gerückt“ werden oder mit hochwertigeren Scannern auch bei schlechteren Beleuchtungsbedingungen gelesen werden.

Erneutes Scannen

Auch wenn es nicht der Idealfall ist, kann der Scanvorgang in den meisten realen Anwendungen wiederholt werden. Selbst bei einem automatisierten System kann der etikettierte Gegenstand bei Bedarf entnommen und von Hand gescannt oder erneut auf der Scan-Linie platziert werden. Natürlich ist das erneute Scannen alles andere als erwünscht. Mit den richtigen Scannern, Beleuchtung und Scanwinkeln kann es jedoch meist vollständig vermieden werden. 

Bei der ANSI-Prüfung werden die Barcodes insgesamt zehn Mal gescannt. Da jedoch das schlechteste Einzelergebnis den Ausschlag über die Gesamtnote gibt, spiegelt diese lediglich das Worst-Case-Szenario wider und sagt nichts über eventuelle positive Ergebnisse aus. Möglicherweise wurde der Barcode beim ersten, zweiten und dritten Scan erfolgreich gelesen und erst beim siebten Durchlauf trat ein Fehler auf. Der ANSI-Score gibt somit keine Auskunft darüber, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass Ihr Barcode beim ersten Lesen unter Berücksichtigung aller Faktoren korrekt erfasst wird. In den meisten Fällen ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass Ihr Barcode beim ersten Scan gelesen wird, als die Testergebnisse glauben lassen.

 

Wenn Ihr Betrieb die Barcodes nicht unter exakt denselben Bedingungen scannt wie beim ANSI-Test, kann die Lesbarkeit Ihrer Barcodes auch nach dem Drucken auf unterschiedliche Weisen verbessert werden. In den meisten Fällen hat Ihr Betrieb bereits entsprechende Vorkehrungen getroffen, um die Lesbarkeit zu optimieren. Wahrscheinlich verwenden Sie entweder Raster- oder CCD-Scanner und Ihre Bediener sind in der Lage, die Beleuchtung anzupassen, den Scanwinkel zu verändern oder den Scanvorgang bei Bedarf zu wiederholen.

Der ANSI-Score gibt Aufschluss über die Druckqualität von Barcodes, welche ein entscheidendes Kriterium für die Lesbarkeit darstellt. Die ANSI-Bewertung steht jedoch nicht zwingend für die allgemeine Lesbarkeit eines Barcodes. Wie gut die Lesbarkeit Ihrer Barcodes im realen Betrieb tatsächlich ist, hängt von weitaus mehr Faktoren ab. In manchen Fällen erreichen die Barcodes aufgrund der verwendeten Tinten, Substrate oder Beschichtungen niemals mehr als ein „C“. Mit den richtigen Geräten und Umgebungsbedingungen lassen Sie sich jedoch mit hoher Zuverlässigkeit scannen.

Wenn Sie mit einem renommierten Barcode-Etikettenlieferanten und -hersteller zusammenarbeiten, können Sie sich auf die Qualität der Produkte verlassen. Es kommt nicht auf die ANSI-Bewertung Ihrer Barcodes an, sondern darauf, dass sich Ihr Barcode-Anbieter mit Ihren Prozessen befasst und Ihnen die richtige Lösung für Ihren Bedarf liefert.

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Lisa Sarvie

Lisa Sarvie ist Director of Customer Excellence bei Computype. Im Rahmen ihrer Tätigkeit in St. Paul Minnesota arbeitet sie eng mit Kunden zusammen, damit diese optimal betreut werden. Lisas Team hat die Aufgabe, dafür zu sorgen, dass die Kunden von Computype stets zufrieden sind. Darüber hinaus verwaltet es den Kundenstamm, damit alle Anforderungen und Vorgaben kontinuierlich erfüllt werden.