Ein Etikett entwerfen: Was ist eine Etikettensoftware und wofür wird sie benötigt? (1/2)

Ein Etikett entwerfen: Was ist eine Etikettensoftware und wofür wird sie benötigt? (1/2)

Barcode Basiswissen | 12 Februar 2020

Posted by Dave Scheffing

Ein Etikett entwerfen: Was ist eine Etikettensoftware und wofür wird sie benötigt? (1/2)

Liebe Leserinnen und Leser des Computype-Blogs, mein Name ist Dave und ich bin Softwareentwickler. Sie fragen sich jetzt wahrscheinlich: Was macht ein Softwareentwickler bei einem Etikettenhersteller?

Um ehrlich zu sein, habe ich mir diese Frage anfangs selbst gestellt. Ich kann Ihnen aber versichern, dass meine Tätigkeit durchaus ihre Berechtigung hat. Die kurze Antwort auf die Frage, was ich mache, lautet: Ich unterstütze die Verwendung der Etiketten mit einem Computer. Für gewöhnlich entwickle ich dafür eine Software, mit der die Etiketten über den PC ausgedruckt werden können. Während eines Projekts bin ich vor allem in zwei Bereichen tätig: Datenmanagement und Druck. In diesem Artikel werde ich mich auf den Druck konzentrieren.

Frischen Sie Ihr Druckvokabular auf: mit unserem Glossar zum Etikettendruck

Die einfachste Art des Etikettendrucks

Das Drucken ist seit jeher Bestandteil der Computertechnik. Als es noch keine Bildschirme gab, wurde ein externer Drucker an den Computer angeschlossen, um die Rechenergebnisse ablesen zu können. Denken Sie an die ersten Tastaturkürzel, die Sie gelernt haben: Ausschneiden, Kopieren, Einfügen, Schließen, Speichern und Drucken. Angesichts dieser langen gemeinsamen Geschichte von Drucker und Computer ist das Drucken inzwischen ein relativ einfacher Vorgang. Das heißt, dass eigentlich auch das Drucken eines Etiketts ganz einfach sein sollte.

Das stimmt aber nur zum Teil...

Beim Etikettendruck ist vieles zu beachten. Zum einen muss die Größe des Etiketts berücksichtigt werden. Viele Drucker sind für Standardformate wie 8,5‘‘x11‘‘ oder A4 formatiert. Etiketten sind für gewöhnlich jedoch kleiner.

Um Etiketten mit einem Standard-Tintenstrahl- und Laserdrucker zu drucken, können diese auf Blättern mit gestanzten Etiketten gedruckt werden. Solche Blätter sind in Standard-Druckformaten wie 8,5‘‘ x 11‘‘ und A4 verfügbar. Ich habe sie oft benutzt, als ich in meiner Jugend Zeitungen austrug. Ich druckte meine Adresse auf ein Blatt mit Etiketten, klebte diese auf einen Rechnungsumschlag und legte ihn dem ersten Exemplar jedes Monats bei, sodass meine Kunden ihre Rechnung direkt an mich schicken konnten. Damals verwendete ich ein Textverarbeitungsprogrammin das ich meine Adresse eingab, die dann für den Druck auf ein „Standard“-Adressetikettenblatt formatiert wurde.

Was, wenn ich keine Standardetiketten verwende?

Zebra ZD Computype produziert in der Regel keine „Standard-Adressaufkleber“. Nicht, dass wir nicht dazu in der Lage wären – meist werden wir von unseren Kunden jedoch nur in solchen Fällen beauftragt, wenn die Etiketten komplexere Anforderungen erfüllen müssen. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn sie großer Hitze oder Kälte standhalten müssen oder wenn die Etiketten mit Chemikalien in Berührung kommen, die ein Papieretikett auflösen oder verschmieren würden. Auch das Druckverfahren muss entsprechend angepasst werden. Unter Umständen kann es sein, dass ein klassischer Tintenstrahl- oder Laserdrucker nicht ausreicht.

Für den Etikettendruck empfehlen wir gewöhnlich, Etikettenrollen mit Abziehfolie und einen kleinen Etikettendrucker zu verwenden. Die meisten Drucker beruhen auf der Thermotransfer-Drucktechnologie. Dabei wird die Tinte erhitzt und auf das Etikett „geschmolzen“. Das daraus entstehende Druckergebnis ist dauerhaft haltbar und widerstandsfähiger als flüssige oder pulverförmige Tinten oder Toner.

Lesen Sie unseren Artikel über die Unterschiede zwischen   Thermotransfer-, Tintenstrahl- und Laserdruck, um herauszufinden,   welche Lösung am besten für Ihren Prozess geeignet ist

Der Vorteil bei der Verwendung eines Etikettendruckers zusammen mit einem PC besteht darin, dass der Vorgang genauso abläuft, wie bei einem normalen Drucker: Einfach einstecken, mit dem PC verbinden und das Etikett ausdrucken. Probieren Sie das doch einmal mit Ihrem Textverarbeitungsprogramm aus.

Es hat nicht funktioniert? Damit sind Sie nicht allein! Die meisten Textverarbeitungsprogramme sind für den Druck von Standardseiten konfiguriert. Wenn Sie Ihr Seitenlayout überprüfen, werden Sie feststellen, dass meist eine Breite von etwa 8,5 Zoll und eine Höhe von etwa 11 Zoll mit 1 Zoll Rand oben, links, rechts und unten voreingestellt ist. Wenn Sie versuchen, diese Einstellungen auf ein 1 Zoll hohes und 2 Zoll breites Etikett anzuwenden, sorgen allein die Ränder dafür, dass der Druckbereich auf... nach meiner Rechnung etwa 0 Zoll auf -1 Zoll schrumpft.

Überlegen wir also gemeinsam, wie ein Etikett richtig gedruckt wird. In manchen Fällen kann ein Standard-Textverarbeitungsprogramm wie Microsoft Word verwendet werden. Der erste Schritt besteht darin, die Seitengröße an die Etikettengröße anzupassen. Dann können Sie alle Ränder so einstellen, dass sie auf das Etikett passen, z.B. auf 1/8-Zoll. Geben Sie auf der neu definierten Seite einen Text ein und sehen Sie sich das Druckergebnis an. Nicht schlecht, oder? Vielleicht ist es damit schon getan. Sie sind wirklich gut.

Was, wenn ich mehr will als nur Text?

Moment! Sie wollen einen Barcode? Sie wollen den Text drehen? Sie wollen ein Logo hinzufügen? Fantastisch! Allerdings sind Textverarbeitungsprogramme für das Schreiben von Text konzipiert und unterstützen meist nur wenige Designfunktionen, ganz zu schweigen von der Erstellung von Barcodes.

Hier kommt die Etikettensoftware ins Spiel. Egal, ob Sie lediglich ein einfaches Barcode-System einführen, ein Markenlogo neben dem Barcode anbringen oder eine ganze Reihe von verschiedenen Barcode-Formaten nutzen wollen: Eine Barcode-Design-Software ist die richtige Lösung.

barcodes

Die Etikettensoftware vereinfacht die Einbindung verschiedener Etiketten und bietet eine viel größere Auswahl an Designoptionen unabhängig von der Etikettengröße. Die meisten Standard-Etikettenprogramme erlauben die Änderung des Textformats sowie die Einbindung von Barcodes, Bildern und Logos. Selbst variable Daten können mit einem solchen Programm problemlos gedruckt werden. Abhängig vom jeweiligen Bedarf empfehlen wir die Programme NiceLabel und BarTender.

Es gibt jedoch Situationen, in denen eine handelsübliche Standard-Etikettensoftware nicht ausreicht. Dies ist mein wichtigstes Tätigkeitsfeld: die Entwicklung einer kundenspezifischen Software. Im zweiten Teil dieses Artikels finden Sie weitere Informationen zur Etikettensoftware und zu den Anwendungsszenarien für individuell entwickelte Programme.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass das Drucken von Anfang an Bestandteil der Computertechnik war und im Grunde genommen ein einfacher Vorgang ist, sofern sie keine außergewöhnlichen Projekte oder Erwartungen haben. Die meisten unserer Kunden arbeiten unter besonderen Bedingungen, die sich auch auf den Druckprozess auswirken. Daraus ergeben sich häufig spezielle Anforderungen an die Größe oder Robustheit der Etiketten, die mit einem Standardverfahren nicht erfüllt werden können.

Außerdem verwenden die meisten unserer Kunden Barcodes zur Nachverfolgung und Organisation ihrer Produkte, sodass eine Etikettensoftware praktisch unverzichtbar ist.

Wenn Ihre On-Demand-Etikettieranforderungen mit einem Standardverfahren nicht mehr erfüllt werden können, sollten Sie sich nach einer Etikettensoftware wie Bartender oder NiceLabel umsehen. In komplexeren Fällen empfiehlt sich ein individuell entwickeltes Softwareprogramm. Wenn Sie nicht sicher sind, ob Sie eine Standard- oder eine Spezialsoftware benötigen, lesen Sie den zweiten Teil dieser Artikelreihe. Bei Fragen können Sie uns gerne kontaktieren!

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Dave Scheffing

Dave Scheffing ist Softwareentwickler in unserer Kundendienstabteilung. Seine Spezialgebiete sind Druck- und Datenmanagement. Der talentierte Softwareentwickler, der seit 18 Jahren in der Branche tätig ist, unterstützt unsere Kunden bei der Integration von Daten und Systemen, damit sie ihre automatisierten Etikettierlösungen optimal nutzen und ihre Bestände zuverlässig nachverfolgen und managen können. Die Erfindungen von Dave führen oft zur Rationalisierung von Prozessen und Daten, um Kunden flexible Echtzeit-Entscheidungen zu ermöglichen, die ihrem Betrieb zugute kommen.

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