4 Arten, wie RFID-Lösungen geschlossene Diagnostiksysteme mit Komplett-Reagenzienpacks unterstützen können

4 Arten, wie RFID-Lösungen geschlossene Diagnostiksysteme mit Komplett-Reagenzienpacks unterstützen können

RFID in der Diagnostik, Forschung & Diagnostik, RFID 1x1 | 23 September 2019

Posted by Josh Miller

4 Arten, wie RFID-Lösungen geschlossene Diagnostiksysteme mit Komplett-Reagenzienpacks unterstützen können

In einem geschlossenen Analysesystem ist es von entscheidender Bedeutung, dass die Reagenzienpacks korrekt gekennzeichnet werden, um die Testgenauigkeit zu gewährleisten. Für gewöhnlich werden Reagenzienpacks mit Barcodes gekennzeichnet. Doch auch wenn diese Methode zur Kennzeichnung der Reagenzien, zur Nachverfolgung der Position in den Instrumenten und zur Dokumentation der Ablaufdaten gut geeignet ist, gibt es einige Prozessfunktionen, die sie nicht erfüllen kann.

RFIDDurch RFID erweiterte Barcode-Etiketten bringen einige Vorteile mit sich, die mit reinen Barcodes nicht erreicht werden können, zum Beispiel:

  • Verbesserte Verbrauchsstoff-Verwaltung

  • Authentizitätsprüfung

  • Höhere Automatisierungseffizienz

  • Einbindung von Sensordaten

Im Folgenden wird erläutert, wie die RFID-Technologie diese Verbesserungen in Ihrem geschlossenen Analysesystem unterstützt:

1. Verbesserte Verbrauchsstoff-Verwaltung:

Barcodes speichern Informationen. Diese Informationen dienen im Normalfall zur Identifikation eines Produkts, können bisweilen jedoch noch weitere Daten enthalten. Bei Reagenzienpacks und -kartuschen ist es nicht ungewöhnlich, dass der Barcode neben den Identifikationsdaten auch das Ablaufdatum enthält.

Barcodes können nur eine äußerst begrenzte Datenmenge speichern. Da die Daten direkt auf das Etikett gedruckt werden, lassen Sie sich zudem im Nachhinein nicht mehr verändern.

Der Vorteil der RFID-Technologie besteht darin, dass sie weitaus mehr Daten speichern kann als Barcodes und dass die gespeicherten Daten aktualisierbar sind. So können Sie nicht nur das Ablaufdatum nachverfolgen, sondern auch die verbleibende Lebensdauer des Packs bzw. der Kartusche aktualisieren oder Packs, die nicht mehr verwendbar sind, verwerfen.

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Wenn Sie ein Schreibmodul in das Analysegerät integrieren, können Sie das Tag mit einer inkrementellen Variable beschreiben und anhand dieser Variable auf dem User Interface (UI) die verbleibende Lebensdauer oder die Anzahl der verbleibenden Tests anzeigen.

Wenn die verbleibende Lebensdauer vor der Verwendung des Reagenzienpacks mit einem Leseschritt kombiniert wird, kann die Kartusche „verworfen“ werden, wenn die Anzahl der für das Pack zulässigen Tests erreicht ist.

Wenn ein Reagenzienpack zum Beispiel 100 Tests erlaubt, dann wird das Tag mit dieser Variable beschrieben. Jedes Mal, wenn das gekennzeichnete Pack vom Analysegerät gescannt wird, wird die Anzahl der verbleibenden Anwendungen um eine reduziert. Wenn die Anzahl der verbleibenden Anwendungen null erreicht, wird der Benutzer über das UI am Analysegerät darauf hingewiesen, dass das Pack nicht mehr verwendbar ist.

Doch was geschieht, wenn ein Pack abläuft, bevor die maximale Anzahl der zulässigen Tests erreicht ist? Neben der Möglichkeit, Tags basierend auf inkrementellen Variablen zu verwerfen, können die Tags bei Erreichen des Ablaufdatums auch automatisch „verworfen“ werden. Neben der Anzahl der Anwendungen und der Codierung und Nachverfolgung der Ablaufdaten können Sie das System außerdem so konfigurieren, dass die Benutzer benachrichtigt werden, wenn ein Pack nicht mehr verwendet werden darf. Zusätzlich können Sie das Interface um eine Farbcodierung erweitern, anhand welcher die Benutzer die verbleibende Lebensdauer visuell überwachen können.

Dieses Lebensdauer-Tracking erleichtert zudem Ihre Bestandsverwaltung. Wenn Sie die von den Tags gesammelten Scan-Daten in ein zentralisiertes Bestandsmanagement-System integrieren, können auslaufende Packs automatisch nachbestellt werden.

Manche geschlossene Systeme erlauben es dem Labor sogar, Reagenzienkartuschen oder -packs einem bestimmten Techniker zuzuweisen. Mithilfe von NFC-fähigen Etiketten kann der Techniker sehen, wie oft eine Kartusche noch verwendet werden kann, indem er sie einfach mit dem Smartphone scannt. Auch hier ist eine automatische Nachbestellung möglich, sodass jeder Techniker einen Schritt weniger zu bearbeiten hat und stets über den Status der Verbrauchsstoffe informiert ist.

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2. Authentizitätsprüfung:

Die RFID-Technologie kann außerdem dazu verwendet werden, die Echtheit eines Reagenzienpacks zu überprüfen. Für einen ungestörten Testablauf und reproduzierbare Ergebnisse ist es unerlässlich, dass nur „echte“ Reagenzien verwendet werden. Daher ist es für Labore nicht nur wichtig, ihre Reagenzien bei autorisierten Lieferanten zu beziehen, sondern auch deren Gültigkeit vor der Testdurchführung zu überprüfen.

Um die Bedeutung der Beschaffung von Reagenzien bei renommierten oder autorisierten Lieferanten hervorzuheben, wurde ein Vertreter eines führenden Lieferanten für Forschungsinstrumente kürzlich wie folgt zitiert: „Alle renommierten Produzenten von biologischen Reagenzien führen irgendeine Art von Qualitätssicherung durch, bevor sie ihre Produkte versenden.“ Abcam (Cambridge, UK) in einem Artikel im Lab Manager. Und dennoch haben es Labore häufig mit Packs zu tun, die nicht halten, was sie versprechen.

Um Ihren Kunden ein sicheres Gefühl zu vermitteln, können Sie Qualitätssicherungs- und Authentizitätsnachweise in Ihren RFID-fähigen Etiketten codieren.

Da Sie jedoch vermutlich keine Prozessdetails direkt auf Ihren Produkten abspeichern wollen, können Sie Ihre Daten durch eine verschlüsselte Zeichenfolge schützen, auf die nur Sie und Ihre Geräte Zugriff haben. Die Verschlüsselung wird dann vom Gerät als Authentizitätsnachweis erfasst. Wenn die Verschlüsselung fehlerhaft oder nicht vorhanden ist, benachrichtigt das Gerät den Testbetreiber über das UI, um die Verwendung des Produkts zu verhindern. Als Teil des Verschlüsselungsalgorithmus können Variablen verwendet werden, die während des Drucks bzw. der Codierung der Etiketten über die Front-End-Software speziell an die Anwendung angepasst werden können.

3. Höhere Automatisierungseffizienz:

Eines der attraktivsten Differenzierungsmerkmale der RFID-Technologie ist die Lesefähigkeit ohne direkte Sichtverbindung.

Obwohl die Scanner strategisch sinnvoll in den Diagnostikgeräten platziert sind, lassen sich die eingeführten Barcodes nicht immer problemlos lesen. Dies kann daran liegen, dass die Scanner nicht korrekt ausgerichtet sind oder dass die Barcodes auf der Reagenzienkartusche aufgrund von Abnutzung nicht mehr so gut lesbar sind.

RFID löst dieses Problem, da für das Lesen eines Packs oder einer Kartusche lediglich der Leseabstand zum Lesegerät/zur Antenne eingehalten werden muss. Auch von Abnutzung durch wiederholte Verwendung sind RFID-fähige Tags nicht betroffen. Sofern alle Bestandteile des Inlays intakt sind, bleibt das Tag lesbar und das Inlay wird durch die verschiedenen Schichten des Etiketts gut geschützt.

In unserem Blog erfahren Sie, aus welchen Schichten ein RFID-Etikett besteht

Wie bereits erwähnt, können RFID-Tags mehr Daten speichern als klassische Barcode-Etiketten. Zudem ermöglichen sie die Verarbeitung von variablen Daten. Wenn Sie RFID-Lesegeräte in Ihre Laborausrüstung integrieren und diese mit entsprechenden RFID-Tags und Softwareanwendungen koppeln, erreichen Sie automatisch eine präzisere Datenerfassung.

Die Einbindung von RFID in Ihre Geräte erhöht somit die allgemeine Prozesseffizienz, indem die Wahrscheinlichkeit für Lesefehler reduziert wird. Laboranten müssen sich keine Gedanken mehr über verschwendete Zeit oder Proben machen, weil eine Kartusche nicht vom Scanner erfasst werden konnte. Durch die Integration eines Systems, das automatisch größere Datenmengen erfasst, sparen Sie außerdem Zeit und Arbeitsaufwand bei der Datenerfassung.

4. Einbindung von Sensordaten:

Bei Bedarf können RFID-Etiketten mit Sensoren kombiniert werden, um bestimmte Umgebungsbedingungen, zum Beispiel Temperaturwerte, zu erfassen. Um mehr über das Funktionsprinzip von sensorüberwachten RFID-Tags zu erfahren, lesen Sie diesen Artikel aus dem RFID Insider.

Ein Beispiel sind temperaturempfindliche Reagenzienpacks. Diese kommen zum Einsatz, wenn ein Labor die Verwendung eines Reagenzienpacks verhindern will, falls dieses außerhalb eines bestimmten Temperaturbereichs gelagert wurde. Dabei werden die Packs mit Tags versehen, die mit entsprechenden Sensoren ausgerüstet sind. Wird eine bestimmte Temperatur erreicht, wird ein auf das Etikett geschriebener „Kill-Code“ aktiviert. Der Code wird aktiviert, wenn die Packs Temperaturen ausgesetzt werden, die außerhalb des codierten Bereichs liegen. Wenn der „Kill-Code“ aktiviert wurde und das Reagenz in ein Analysegerät geladen oder gescannt wird, erscheint eine Fehlermeldung auf dem UI, die den Bediener darauf hinweist, dass das Reagenz kompromittiert ist und nicht mehr verwendet werden darf.

Ebenso wie „unechte“ Reagenzien können auch anderweitig kompromittierte Reagenzien die Testergebnisse so verändern, dass sie nicht mehr verwendbar sind. In den meisten Fällen ist diese Technologie zwar unnötig. Wenn in Ihrem Labor jedoch besonders hochwertige Proben verarbeitet werden, kann sich die Investition in die Sensordaten-Funktion auszahlen.

Die RFID-Technologie bringt zahlreiche Vorteile bei der Verwendung von Reagenzienpacks in geschlossenen Systemen mit sich. Mit der zunehmenden Automatisierung von Laboren und immer komplexeren Analysegeräten wächst die Zahl der Anwendungsmöglichkeiten. Die Erweiterung Ihres geschlossenen Systems um die RFID-Technologie ermöglicht es Ihnen nicht nur, technisch ganz vorne mitzuspielen, sondern auch Ihren Kunden noch mehr Präzision und Effizienz in kritischen Anwendungen zu bieten.

Wir freuen uns über Ihre Kommentare oder Fragen zu diesem Artikel. Bei Fragen zu unseren RFID-Lösungen für Reagenzienpacks können Sie uns jederzeit kontaktieren.

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Josh Miller

Josh Miller unterstützt Computype als Director of Healthcare Solutions. Durch seine langjährige Erfahrung in Projektmanagement und Entwicklung besitzt er umfassendes Know-how und wertvolle Einblicke in unserem Unternehmen sowie bei unseren Kunden. Josh leitet die Healthcare-Gruppe und bringt Innovationen auf den Weg, um sicherzustellen, dass wir stets die besten Lösungen anbieten.